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Besenspuren - Hexenzauber

Besenspuren - Hexenzauber

Wenn Frauen mutig persönliche Wege beschreiten

bod 2003

Leseproben
 


10 Gedichte von Agnes Berger Bertschinger
in der Anthologie:

"Lyrik und Prosa unserer Zeit", Neue Folge Bd 1, 2005, Karin Fischer Verlag  Aachen

 

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Reisebericht 21.3.2008:
Transsibirien 1984 - Rückblick nach 24 Jahren
siehe: traveldiary.de

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Bibliothek deutschsprachiger Gedichte Bd X

 

Der Laut “E”
Gedicht von Agnes Berger Bertschinger
in der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte - Ausgewählte Werke X, Nov. 2007

“Zen” - Gedicht von Agnes Berger Bertschinger
in der Bibliothek deuschsprachiger Gedichte -
Ausgewählte Werke XI, Nov. 2008

“Nomade” - Gedicht von Agnes Berger Bertschinger,
in der Bibliothek deuschsprachiger Gedichte -
Ausgewählte Werke XII, Nov. 2009

 

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Lyrik - Inputs:
 


Lyrik im Februar 2010:

 


Geist der Liebe
Geist der Freiheit
Du Ursprungswort
Du reiner Quell
Du ewiger Fluss
nimm mich auf
in Deine Welt -
aus Schwere
und Dunkelheit
vergangener Zeiten
kannst Du mich
sanft geleiten

seht her - ich fliege
zum Licht- in die Helle
oh mächtige Welle
oh Sturm - oh Orkan
Geist der Wahrheit
der Freude - der Klarheit
gib mir Richtung und Segen
behüte mich
auf meiner Reise
sprich zu mir
liebevoll - leise
seht her - ich schwebe

ich liebe - ich lebe


Agnes Berger Bertschinger

 

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Lyrik im Januar 2010
 


Energie

Ätherblumen
Silberfluss und
Leuchtegold
spielen um die Wette
funkeln hie
und blitzen da
als währten sie ewig
als vergingen sie nie
öffnen sich listig
sind alsbald zerstieben
verzehren sich gegenseitig
denn sie lieben

schimmern - glänzen
glitzern - tänzeln
erwachen - blühn
schmelzen - verglühn
lächelndes Erröten
turteln - singen - flöten
kühn strahlen sie alles an
ziehn wie zufällig ihren Weg, ihre Bahn
wolln Freude - Lebenslust versprühen
bezaubern - bestechen - berühren
sind Sterne, Quell - Vulkan zugleich
Leben pur - faszinierend - reich

Agnes Berger Bertschinger

 

gelber Wirbel 2


Lyrik im Dezember 2009:

 

damals zur Zeit der sinnlosen Kriege

als der Bauern und Soldaten Knochen
in Schlachten gleich hundertfach gebrochen
war blankes Entsetzen in der Menschen-Seelen
war Schluchzen und Würgen in ihren Kehlen
der Sterbenden Eingeweiden und Blut überall
in den Ohren der Schwertschläge Widerhall
glanzlos und leer wurden Auge und Blick
nackte kalte Angst sass allen im Genick

damals zählte das Individuum –? der einzelne nicht
es galt nur des Mächtigen, des Geldgebers Sicht

wer meint, in diesen, unseren Tagen sei Friede? 

es werden in Bildungsstätten, Firmen und Betrieben
die Angestellten bis zur Erschöpfung angetrieben
sie werden ausgegrenzt - fallen gelassen
verspottet und verachtet, weiter geht das Hassen
nicht mehr nach Leib und Leben wird getrachtet
stattdessen wird die Ehre, die Würde geschlachtet
der Mitarbeiter Hoffnung - ihre Zuversicht
Recht bekommen sie auch heute meist nicht

wann wird sich endlich grundsätzlich etwas ändern
im Osten – im Westen, in aller “Herren“ Ländern?

es gibt etwas für morgen, es ist einfach – die Liebe

Kinder, Weise, Frauen -  lasst uns zusammen stehn
wagen wir es zukünftigere - Herzens-Wege zu gehn
entgegentreten wollen wir dem Alten mit Mut
keiner, wenn nicht ich – wenn nicht Du – etwas tut
bewährt hat sich das Bisherige in keiner Art und Weise
geben wir es auf – offen – nicht klammheimlich und leise
springen wir vom morschen, scheinbar sicheren Steg
gehen wir einen neuen, einen goldenen Weg

auf den Weg der Sonne – der Farben – des Lichts
verlieren können wir wenig – alte Fehden, sonst nichts!

 

Agnes Berger Bertschinger

 

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Esche regnet
dürre Blätter
Wolken weinen
kalt den einen
graues Dunkel
Müdigkeit
schweben über
Raum und Zeit

vielen lauert
Angst
im Nacken
aussen Leere
Nebelseele
voller Trauer
um uns
Mauer

lausche
schau
vertrau

Fichte
aufrecht steht
Birke
Träume hegt
Hasel wiegt
sich sanft
Hollunder
leise spricht

vergiss
ob dem
Winter
der Bäume
Botschaft
der Erde
Urkräfte
nicht

 

 Agnes Berger Bertschinger
 

 
 Lyrik im November 2009:
 


 Im Gespräch mit Khalil Gibran
 


Bäume sind Gedichte,
die die Erde
in den Himmel schreibt!

Wie die Samen,
die unter der Schneedecke träumen,
träumen eure Herzen vom Frühling.

Vertraut diesen Träumen,
denn in ihnen verbirgt sich
das Tor zur Unendlichkeit.

Die Blumen des Frühlings
sind die Träume des Winters.

 

 Khalil Gibran (1883 - 1933)
 

grün 2

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Lyrik im Oktober 2009:

 


 

sanft umhüllen
tröstend
wiegen mich
deine silbernen
Wogen
Ozean
aufgehoben
getragen ich
als wäre
Kind
ich
in dir
aus deiner Tiefe
fliessen
Ruh
aus deiner Weite
Sicht
mir zu
allen Schmerz
spülst du
hinweg
reinigst
klärst
gewährst
Einhelligkeit
Ahnung
Erfahrung
vollkommener
Verschmelzung
Auflösung
im Endlichen
endloser
Himmel
oben
unten
sandiger Grund
in der Mitte
nur mehr
Meer
in steter
ewiger
Wiederkehr
 

Agnes Berger Bertschinger


 

Wellen - Musik
Welle 1
Wellen 2


Im Gespräch mit Erich Fried:

 


 Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren
und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes
einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen
nur Meer

Nur Meer


Erich Fried (1921 - 1988)

 

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Lyrik im September 2009
 

 

am Feuer sass ich
mit Freunden im Kreise
und machte klammheimlich
eine innere Reise -
in uralte frühere Zeiten
konnte ich sanft hinübergleiten

über uns war Sternenhimmel
nahe den wärmenden Flammen
durchwachten wir die
nächtlichen Stunden zusammen
was geschah - welche Kraft zog uns an?
alte Reue - alte Treue zogen uns in Bann

es knackte und knirschte
es funkelte und zischte
es schmolzen in der hellroten Glut
alte Trauer - alter Schmerz - alte Wut
was geschah zu dieser heiligen Stund?
schmiedeten wir einen neuen

zukünftigen Bund?
 

Agnes Berger Bertschinger
 

 

Feuer 1


Im Gespräch mit Canetti:
 

 

Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht immer nur von sechs oder sieben.

 

Die Tage werden unterschieden, aber die Nacht hat einen einzigen Namen. 

Elias Canetti (1905 - 94)

 

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Lyrik im August 2009:

 

 

Montségur

 

Felsenstätte
sagenumwobene
dem Lichte geweihte
entehrter Zufluchtsort
grausam gemarterter
wann lässt er nach und vergeht
Dein abgrundtiefer Schmerz?

noch trauern Deine alten Mauern
noch träumen in steinernen Zwischenräumen
gelebter Ideale Schattengestalten
noch seufzt in hölzerner Ritze
und brüten nach der Scheiterhaufen Hitze
durchbohrter Herzen Klagen
unschuldiger Seelen bange Fragen

heiliger Berg – Zeuge
unerschütterlichen Glaubens
selbstloser Menschenliebe
spürbar ungebrochen
lebt und wirkt
Dein heldenhafter Geist
weht über alle Zeit hinaus

wer sich zu Dir bemüht
dem strahlst und leuchtest Du
geschwisterlich
fürsorglich – weise
belebend
stärkend
ermutigend zu

Agnes Berger Bertschinger

 


Im Gespräch mit Buddha:

 

 

Hast du mehr davon, wenn du Mitmenschen grollst,
oder wenn du ihnen ihre Fehler verzeihst?
Wäge dies genau ab, dann entscheide dich.
Das Glück erlebst du, wenn deine Worte und Taten ein Nutzen sind,
für dich selbst und für deine Mitmenschen.
Der Anfänger auf dem Weg zur Weisheit hat noch viele Möglichkeiten, sich zu entscheiden.
Doch der Fortgeschrittene hat nur mehr wenig Möglichkeiten.

Dhammapada 112 (Sammlung von Buddha-Sprüchen)

 

 

Wüste 1

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Lyrik im Juli 2009:
 

 

plötzlich
innen
Raum -
unendliche
Weite -
Leere
 und Fülle
zugleich

Silberfäden
bloss
noch
in mir
Leichtigkeit
Luft
gleissendes
Licht

aufgelöst
ich
zeit- und
schwerelos
eins
mit allem
Wesenhaften
dieser Welt

alldurchdrungen

 

Agnes Berger Bertschinger

 


im Gespräch mit Friedrich Freiherr von Logau:
 

 

Krieg hat den Harnisch weg gelegt, der Friede zeucht ihn an;

Wir wissen, was der Krieg verübt; wer weiss, was Friede kan?

 

Friedrich Freiherr von Logau (1604 - 1655)

 

Bildekräfte 1

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Lyrik im Juni 2009:

 

Fliegen 1


Im Gespräch mit Vreni Merz:

 


Manchmal kommt es anders, als gedacht.
 Und selten werden wir gefragt,
ob uns die Füsse tragen.

Meistens tragen sie.

Ein neuer Tag bricht an,
ein Morgen wie noch nie,
vielleicht der sonnigste in dieser Zeit,
der beste überhaupt.

Vreni Merz

 

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plötzlich

aus der Zeit
hinausgefallen
gerutscht
gestossen
gesprungen -
schweben
in ungeahnt
weiten Räumen
Staunen
taumeln

bald kraftvoll
gross
bald ängstlich
zitternd
bloss -
verloren
im Dazwischen
suchen
tastend
erproben

loslassen
Vergangenes
altes Denken
Fühlen
Tun -
leben
offener
freier
bedingungsloser
ab nun


Agnes Berger Bertschinger

 


Lyrik im Mai 2009
 

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am Abgrund

schenkt uns
ihr Götter
Freude
Lachen
wieder
singt uns
zärtlich
Eure
Zauberlieder
säht gute
Gedanken
aus

denn leer
sind
ohne diese
Heim und Haus
vertrockent
Wald und Wiese
stumpf bloss
Aug und Sinn
im Herzen
brennende Fragen
woher - wozu
wohin?

schickt uns
ihr guten
Geister
Gelassenheit
Ruhe
erneut
auf dass
Gewissheit
einkehre
in unsere
Seele
noch heut

 

Agnes Berger Bertschinger
 

 

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Im Gespräch mit Cäsar Flaischlen:
 

 

Hab Sonne im Herzen,
ob’s stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit ...
hab Sonne im Herzen,
dann komme was mag_
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen
mit fröhlichem Klang,
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang ...
hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme was mag:
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut lässt sein:
hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!

 

Cäsar Flaischlen (1864 - 1920)
 

 

Blume 2

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 Lyrik im April 2009:
 

Wolke 2


 Im Gespräch mit Theodor Storm
 


April

Das ist die Drossel, die da schlägt,

Der Frühling, der mein Herz bewegt;

Ich fühle, die sich hold bezeigen,

Die Geister aus der Erde steigen.

Das Leben fliesset wie ein Traum -

Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

 

 Theodor Storm
 

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Lyrik im März 2009:

 


aufstehn

bescheiden

kleine Schritte

gehn

 

aufrichtig

den Menschen

in die Augen

sehn

 

im Diesseits

Tag für Tag

 

abends

mich lösen

und ruhn

nichts mehr tun

 

mich öffnen

und schauen

dem anderen

trauen

 

im Jenseits

Nacht für Nacht

 


Agnes Berger Bertschinger

 

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 im Gespräch mit Paul J. Mark

 

SÜDLANDUFER

Fahre hin,
wenn du glaubst,
das Südland zu erreichen.

Achte auf die schwarzen Klippen,
die wie Donner aus dem Nebel tauchen.

Grüsse die Eissturmvögel,
die in den Basaltkirchen hausen.

Vergiss ob der Papageientaucher nicht,
den Wind zu messen,

- denn plötzlich ist es zu spät!
Noch schleicht das Sonnenrot
zum Eismeer hin -
noch jagen die Heringsschwärme
durch die Golfstromfluten.

Achte auf die weissen Masten,
die zerschmettert auf den Dünen liegen,
vielleicht findest du Balken
aus Eisenholz und Mahagony,

und der Anker ruhet still,
festverhakt im Gletscherfuss,
der über mich die ewige Nacht gebracht,
erschrecke nicht ob des Seehundsgebell.

Mein Geist segelt weiter nordwärts
dem Polarstern entgegen.

Fahre hin,
wenn du glaubst,
das Südland zu erreichen.

Paul J. Mark

 

 

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Lyrik im Dezember 2008:
 

im Gespräch mit Franz Hohler

Tizi-n Tinififft 6jpg

 

Woher kommen die Träume?

Wenn du unruhig bist, kommen sie aus der Ruhe.
Wenn du ruhig bist, kommen sie aus der Unruhe.
Wenn du kalt hast, kommen sie aus der Hitze.
Wenn du heiss hast, kommen sie aus der Kälte.
Aber immer bringen sie dir eine Nachricht
aus den abgelegenen Provinzen deiner selbst.
Und wenn du noch nichts begriffen hast,
wissen sie schon alles.

Franz Hohler

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frühmorgens ein Ruf
wie magisch angezogen
getrieben - gestossen
ungestüm - erwartungsvoll
flatternden Herzens
ersteige ich den
öden
kahlen Berg

oben
lagern schon
andere
mir fremd
andächtig im Kreis
ich stehe etwas
abseits
lächle verlegen

da ziehe ich los
alleine
segle selig
weit hinab
über Fels und Geröll
hinunter ins Tal
leicht wie ein
Blatt im Wind

Mut - Mut
im Traum
kann ich fliegen
ich stehe zu mir
ich bin
ich gehe
meinen Weg
und spüre

alles ist gut

Agnes Berger Bertschinger

 


Lyrik - Gespräche: Archiv
 

 

plötzlich
straucheln
fallen
ins Dunkel
der eigenen
Abgründe
hadern
mich im Kreise
drehen

nach langem erst
mich ergeben
keine Fragen
mehr stellen
harren
der Dinge
die da
kommen
werden

gut Ding will
Weile haben

Unverbesserliche
Du hegst noch
immer Hoffnung?
dann grabe
tiefer
wenn Du
glaubst
alte Schätze
zu schürfen

wer weiss
vielleicht
ist gerade Dir
nie und nimmer
vielleicht
gerade Dir bald
und für immer
das Glück
ach so hold?
 

Agnes Berger Bertschinger

 

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Im Gespräch mit Ju Sobing:


Wende dein Gesicht

der Sonne zu

spüre auf deiner Haut

Wärme

Schliesse die Augen

und sei ganz Ohr

Lausche -

lausche dem Vogelruf

Lege die

Hand

an den Baum

Saft steigt singend empor

Fühle das Leben in Dir

 

Und wenn Regen fällt

Spüre das Wachsen

 

Ju Sobing

 

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Lyrik im Februar 2009
 

 

des nachts
trittst
dunkel du
geheimnisvoll
an mich heran
des tags
erscheinst
du helle
bist Welle
kommst und gehst
treu und unfassbar
zugleich

Nomade
ewig wandernder

wir kennen uns
jahrtausendelang
du bist mir nah
und bleibst doch fern
du bist mir
ein leuchtender Stern
vertraue
wir ziehn
ähnliche Kreise
wisse
ich begegne dir
gern

Agnes Berger Bertschinger
 

 

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Lyrik im Januar 2009:
 

 im Gespräch mit Sandor Petöfi


Ich hör die Lerche wieder singen ...

Ich hör die Lerche wieder singen!
Ach, fast vergass ich schon ihr Lied.
Sing, lieber kleiner Frühlingsbote,
sing und erheitre mein Gemüt!

Dein Lied besänftigt meine Seele,
die noch vom Schlachtlärm aufgewühlt,
als ob ein Bergbach mir die Wunden
mit seinem frischen Wasser kühlt.

Sing, lieber kleiner Frühlingsbote,
dein Lied erinnert mich daran,
dass der Soldat zugleich ein Dichter,
der lieben, nicht nur töten kann.

Der Freuden, welche mir die Götter
der Liebe und der Poesie
beschert und noch bescheren werden,
denk ich dank deiner Melodie.

Erinnerung und Hoffnung schlagen
wie Rosenstöcke aus im Mai
und schmücken die beglückte Seele
mit Laub und Blütenpracht aufs neu.

Und zärtlich fliegen meine Träume,
mein Engel, wiederum zu dir,
dein denk ich, der ich treu geblieben,
so wie du treu geblieben mir.

Du meiner Seele reinste Freude
die du geschenkt von Gott mir bist,
um mir zu zeigen, dass der Himmel
schon hier bei uns auf Erden ist.

Sing, Lerche, Bote meiner Liebe,
den Frühling weckst du durch dein Lied,
grau schien mir alles, öd und trübe,
zum Leben bin ich neu erblüht.


Sandor Petöfi (1823 -1849)

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der Laut “I”

silberhell schmeichelt
deine Stimme ins Ohr
aus der Schwere führst
in lichte Höhen
auf der Himmelsleiter
lockst Spross um Spross
empor
aus der Tiefe Grund
geleitest
in Sternensphären du
bewegst
berührst

wie ein Pfeil
durchbohrst
alle Hindernisse du
strebst unbeirrt
dem Kosmos zu
bis in der Unendlichkeit
ins Unsichtbare
in himmlischer Liebe
du dich verjüngt ergiesst
dich letztlich
unserer Wahrnehmung
ganz entziehst

oh führe uns
du klarer Strahl
aus reiner köstlicher Liebe
lass wachsen sanft
die neugeborenen
zarten inneren Triebe
wir glauben nicht blind
wir hören
und lassen uns
bedingungslos ergreifen
verzaubern
betören

 

Agnes Berger Bertschinger